X. Tätigkeitsbericht des Landesbeauftragten für den Datenschutz Sachsen-Anhalt vom 01.04.2009 - 31.03.2011

21.2 Medienkompetenz und Datenschutzbewusstsein bei Schülern

Der Arbeitskreis Datenschutz und Bildung der Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder hat auch in diesem Berichtszeitraum die Vernetzung der verschiedenen Beteiligten auf Länder- und Bundesebene forciert.

In Sachsen-Anhalt hat der Landtag am 10. September 2010 beschlossen (LT-Drs. 5/80/2614 B), dass die Landesregierung ein Konzept für die Stärkung der Medienkompetenz erarbeiten und in den Ausschüssen für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Medien und für Bildung, Wissenschaft und Kultur vorstellen soll. Das Kultusministerium hat das Konzept mit Schreiben vom 4. Februar 2011 vorgelegt. Die Ausschüsse haben das Konzept zur Kenntnis genommen. Der Landesbeauftragte hatte bereits im Juni 2010 ausführlich im Bildungsausschuss über die Situation im Bereich der Vermittlung von Medienkompetenz im Land und darüber hinaus über Ansätze und Defizite, Akteure und Angebote berichtet und Erwartungen und Forderungen formuliert. Seitens des Kultusministeriums wäre ein aktiveres, intensiveres Vorgehen geboten, auch angesichts von Vorbildern in anderen Ländern.

Das Konzept soll als Grundlage für einen konkreten Maßnahmenplan zur Stärkung der Medienkompetenz und Förderung der Medienbildung dienen. Bei der Erstellung des Konzeptes wurden neben dem Landesbeauftragten u. a. auch die Medienanstalt, das Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung, der Lehrstuhl für Medien- und Erwachsenenbildung am Institut für Erziehungswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und die Landeszentrale für politische Bildung beteiligt. Betrachtet werden im Konzept die Bereiche der vorschulischen und schulischen Bildung, aber auch die Medienkompetenz im Alltag, der Datenschutz, der Jugendmedienschutz und die privaten und öffentlichen Medienanbieter. Als konkrete Maßnahmen werden u. a. die bessere Vernetzung der Beteiligten und die Errichtung einer Arbeitsgemeinschaft „Medienbildung/-kompetenz Sachsen-Anhalt“ festgelegt. Der Landesbeauftragte ist ständiges Mitglied dieser Arbeitsgemeinschaft und wird auch in diesem Rahmen eine weitergehende Förderung von Medienkompetenz und Datenschutzbewusstsein einfordern und daran mitwirken.

Inhaltlich betrachtet dürften neben der Schulausbildung und der Lehrerfortbildung auch die Lehrerausbildung, Erwachsenenbildung und Verbraucherbildung relevant sein.

Konkrete Vorschläge zielen auf die Ergänzung der Lehramtsstudiengänge und der Rahmenrichtlinien und Lehrpläne, Unterrichtsmodule im Sinne von Querschnittsinhalten (nicht auf bestimmte Fächer konzentriert), Medienberater auf Landkreisebene, Broschüren zum Thema Soziale Netzwerke, Medienkompetenzführerscheine, Einbeziehung externer Experten in die Unterrichte.

Die Thematik soll auf einer Netzwerktagung im September 2011 vertieft werden, an der der Landesbeauftragte mitwirkt. Es geht danach um eine breitere Vernetzung, multiplikatorische Strukturen, flächendeckende Angebote und verpflichtende Vorgaben, konzeptionelle nachhaltige Maßnahmen. Dabei wird mit der Komponente Datenschutz und Datenschutzbewusstsein als Kernkompetenz von Medienkompetenz eine besondere Wertevermittlung im Sinne von § 1 SchulG LSA vorzunehmen sein. Darauf wird auch bei der von der Kultusministerkonferenz beabsichtigten Empfehlung zur Medienbildung in der Schule zu achten sein.